Putin: Russland hat mehr Redefreiheit als USA

Russland hat nach Ansicht von Regierungschef Wladimir Putin mehr Redefreiheit als die USA.

Bei einem Treffen mit den Chefredakteuren der führenden russischen Fernseh- und Rundfunksender sowie Printmedien in seiner Vorstadtresidenz Nowo-Ogarjowo übte Putin am Mittwoch heftige Kritik am Rundfunksender Echo Moskwy wegen einer Diskussion über die Aufstellung von Elementen einer US-amerikanischen Raketenabwehr. „Das war keine Information. Das war eine regelrechte Wahrnehmung der außenpolitischen Interessen der USA. Eine derartige Redefreiheit wäre in den Vereinigten Staaten undenkbar.“

„Ich habe nicht einmal gewusst, dass es sich um Ihren Sender handelt“, sagte Putin dem Chefredakteur von Echo Moskwy, Alexej Wenediktow. Der Moderator der Sendung habe gesagt, es sei nicht so wichtig, in welcher Entfernung von der russischen Grenze die Abfangraketen stationiert werden. „Nicht wichtig?“, fragte Putin den Chefredakteur. „Wenn die Raketen näher sind, könnten sie unsere bodengestützten Raketen abfangen. Wenn sie weiter stationiert sind – dann nicht. Ist es denn nicht wichtig? Und ob das wichtig ist. Das ist eine prinzipielle Frage“, sagte der Premier empört.

Als anderes Beispiel führte er eine andere These des Senders an, wonach die USA Russland vorgeschlagen hatten, im Bereich der Raketenabwehr zu kooperieren. „Wir sind es, die die Zusammenarbeit vorgeschlagen haben. Aber sie (Amerikaner) lehnen ab. Sie lassen nicht nur uns nicht zu. Sie lassen nicht einmal ihre nächsten NATO-Verbündeten – die Europäer – nicht zu. Vereinbart werden zwar der Bau von Radaren und die Stationierung von Raketen. Aber die Steuerung des Systems ist für alle tabu.“

Dabei erinnerte Putin daran, dass Echo Moskwy einem vom Staat geführten Unternehmen (Gazprom) gehört und mit dem Geld russischer Steuerzahler finanziert wird. „In den USA wäre eine solche Situation völlig unmöglich. Es gibt elementarste Sachen, die man wissen muss. Ich glaube nicht, dass sie (bei Echo Moskwy) das nicht wissen… Wo ist denn die Redefreiheit, wenn nicht hier?“, fragte der Regierungschef.

Quelle

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