Für die Befreiung unserer in Baba Amr zurückgehaltenen Mitbürger und Kollegen

von Thierry Meyssan

Mehrere Journalisten sind in der gesperrten Zone von Baba Amr zurückgehalten. Laut der atlantischen Führer sind sie durch die syrische Armee, die das Bollwerk beschießt, am Verlassen des Ortes verhindert. Vor Ort und privilegierter Zeuge der Verhandlungen spricht Thierry Meyssan über die Tatsachen: die Journalisten sind Gefangene der freien „syrischen“ Armee, die sie als menschliche Schutzschilde benützt. Der syrische Rote Halbmond wurde von den Rebellen verhindert sie zu evakuieren.

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Édith Bouvier und William Daniels

Unsere Kollegen Marie Colvin (Sunday Times) und Rémi Ochlik (IP3 Presse) wurden Mittwoch den 22. Februar 2012 in der Rebellenzone innerhalb von Homs getötet.

Laut der westlichen Presseagenturen welche die freie « syrische » Armee zitieren, wurden sie Opfer des Beschusses des Viertels durch die Kräfte von Damaskus. Jedoch hat die nationale Armee von Multi-Raketenwerfern nur für eine sehr kurze Zeit Gebrauch gemacht, um die Schiessposten zu zerstören, und keineswegs nach dem 13. Februar. Außerdem wäre die Stadt, wenn sie seit 21 Tagen bombardiert worden wäre, wie es die Presseagenturen behaupten, schon seit Langem ein Haufen Ruinen ohne jegliches Leben.

Zumindest drei andere Journalisten sind noch in der Rebellenzone anwesend: Édith Bouvier (Le Figaro Magazine), William Daniels und Paul Conroy (Sunday Times), sowie wahrscheinlich auch Javier Espinosa (El Mundo).

Auf einem auf Internet aufgeladenen Video appellieren Édith Bouvier, die am Bein verletzt ist und William Daniels für einen Waffenstillstand und ihre Evakuierung in ein Spital im Libanon. Sofort wurde eine intensive Kommunikationskampagne zu ihren Gunsten gestartet, die die Bildung von mehreren Facebook Gruppen und donnernden Erklärungen von Alain Juppé mit sich brachten.

Es gibt keine Handytelefonverbindungen (GSM) oder G3 in Homs mehr und die fixen Telefonleitungen der Rebellenzone sind gekappt worden.

Es wird niemandem entgehen, dass wenn Journalisten ein Video aufladen konnten um um Hilfe zu rufen, heißt das, dass sie über eine Satellitenverbindung verfügten. Und wenn sie nicht ihrer Familie, ihren Arbeits-Vorgesetzten und ihrer Botschaft telefonieren konnten, dann haben jene, die diese Satellitenverbindung besitzen, sie ihnen verweigert. Sie sind also in ihrer Bewegung nicht frei, sondern Gefangene.

Um diese Gefangennahme zu verstehen, muss man sie im Zusammenhang betrachten.

Die militärische Lage

Die syrischen Generäle haben die Schlacht von Homs seit dem 13. Februar als gewonnen betrachtet und haben bei Präsident Bachar el-Assad erklärt, sie sei seit dem 23. Februar um 19h beendet.

Der Sieg hat nicht den gleichen Sinn für Zivile und Militärs. Die Ersten träumen von einer Rückkehr zu einem ruhigen Leben. Die Zweiten verkünden ihn wie ein Chirurg erklärt, die Operation sei gelungen. Jedoch muss der Verletzte noch Monate Pflege bekommen und Jahre Wiederinstandsetzung betreiben. Konkret bedeutet das Ende der Schlacht für sie, dass die Rebellen in einer vollkommen eingekreisten Zone isoliert sind und für das Land keine Gefahr mehr darstellen.

Die Hauptadern der Stadt sind dem Verkehr geöffnet, aber sie sind voll von Schikanen über Kilometer. Die Wagen können sie nur durch dauerndes Ausweichen vermeiden. Die von dem größten Teil der Bevölkerung geleerte Stadt bleibt eine Gespensterstadt.

Die Schlacht von Homs hat sich in drei Teilen abgewickelt:
- In den ersten Tagen wurden die syrischen Truppen durch PanzerAbwehrKanonen-schüsse, besonders durch Milanraketen daran gehindert, in die Rebellenviertel einzudringen.
- Dann bombardierten die syrischen Truppen die PAK Standposten, mit großen kollateralen Verlusten auf Seiten der Mitbürger, während die Rebellen sich in eine einzige Zone absetzten, die sie besetzten.
- Letztlich haben die Truppen das Rebellenbollwerk eingezingelt, sind ins Innere vorgedrungen und haben angefangen, Straße nach Straße zu befreien. Um zu verhindern, von hinten angegriffen zu werden, drang die syrische Armee in Linie vor, was die Progression erschwert.

Die eingekreiste Zone war einst von 40 000 Personen bewohnt. Sie birgt heute eine unbekannte Zahl von Zivilen, hauptsächlich alten Leuten, die nicht zu rechter Zeit fliehen konnten und ungefähr 2000 Kämpfer der freien „syrischen“ Armee. Unter dieser Bezeichnung findet man Rivale Gruppen, die in zwei Tendenzen geteilt sind: auf der einen Seite die Takfiristen, die nicht nur denken, dass die Demokratie nicht mit dem Islam kompatibel ist, sondern dass auch die Alawiten (worunter Bachar el-Assad) Häretiker sind und sie aller Verantwortung in muslimischem Land enthoben werden müssen; auf der anderen Seite, gewöhnliche Kriminelle, die zur Verstärkung der freien „syrischen“ Armee angeheuert wurden. Diese Banden, die nicht mehr bezahlt werden, haben ihre Eigenständigkeit zurückgenommen und haben nicht die gleiche Logik wie die Takfiristen. Die meisten ausländischen Kämpfer haben Homs, vor dem Einzingeln des Bollwerks, verlassen. Sie gruppieren sich derzeit im Norden des Landes, im Distrikt von Idlib.

Alle der Rebellen von Baba Amr besitzen einen beträchtlichen Vorrat an Waffen und Munition, aber in der aktuellen Lage werden sie nicht mehr versorgt und werden eines schönen Tages sich ergeben zu müssen – außer im Falle einer militärischen ausländischen Intervention. Ihre Arsenale beinhalten Dragunov-Sniper Gewehre mit IR Nachtvisier und Mörser von 80 und 120mm und jede Menge Sprengstoffe. Sie haben Lager in den Kellern angelegt und manchmal Waffen in Kanalisationen versteckt. Im Gegensatz zum Gesagten sind diese Gänge zu eng um sich darin bewegen zu können. Genauso sind die Tunnel, die zurzeit, als sie den Schutz des Ex-Gouverneurs von Homs genossen, ausgehoben wurden, nicht mehr ventiliert und können daher nicht mehr benützt werden. Was den Ex-Gouverneur betrifft, hat er sich seit Langem in dem Qatar abgesetzt, wo er gemütlich seinen Verräter Lohn genießt.

Die Bevölkerung hat eine Zeit lang die Rebellen unterstützt, aber dient ihnen heute als menschliches Schild. Zivile, die fliehen wollen, werden von Heckenschützen niedergemacht. Sie haben keine Möglichkeit sich zu wehren, umso mehr als sie meistens alt sind.

Man kann annehmen, dass mittelfristig die Zwietracht in der freien „syrischen“ Armee, die Abwesenheit von populärer Stütze und der Verlust der Hoffnung auf internationalen Nachschub einen Teil der Armee dazu bringt, sich zu ergeben. Jedoch könnten die Takfiristen beschließen bis in den Tod zu kämpfen.

Im Augenblick behindern die Rebellen Zivilpersonen ihre Zone zu verlassen und sprengen leere Häuser, mit einem Rhythmus von zehn pro Tag. Sonst belästigen außerhalb der eingezingelten Zone befindliche Kommandos die Lager der regulären Armee, um sie zu desorganisieren und den Klammergriff zu lockern. Sie benützen dafür hauptsächlich mit Sprengstoff geladene Autos, was möglich ist seit der Wiedereröffnung der Straßen, und was die Beibehaltung der Schikanen erklärt.

Baba Amr wird nicht beschossen. Die einzigen Bombardierungen die noch stattfinden sind Mörserschüsse der Rebellen gegen die nationale Armee.

Die Lage der Journalisten

Die im Rebellenviertel anwesenden Journalisten sind in einer einzigen Wohnung gruppiert, als „Pressezentrum“ bezeichnet, deren genaue Adresse unbekannt ist.

Sie sind auf illegale Weise in Syrien eingereist, obwohl sie um ein Visum anfragen hätten können und es auch bekommen hätten, mit Ausnahme für jene israelischer Nationalität, wegen Kriegsbestandes zwischen diesen beiden Staaten.

Ihr Transport nach Homs wurde von ein und derselben Organisation ausgeführt, entweder vom Nordlibanon aus oder über den Süden der Türkei. Sie spielt die Rolle eines PR Büros der freien „syrischen“ Armee. Es ist diese, welche sie mit Personen in Kontakt gebracht hat, die sie beherbergen, und deren Identität unbekannt ist.

Freitag den 24. Februar haben das internationale Rote Kreuz und der syrische Rote Halbmond mit der freien „syrischen“ Armee, durch den Posten des Roten Kreuzes der im Inneren der abgegrenzten Zone funktioniert, verhandelt. Sie haben die Erlaubnis erhalten, mit Ambulanzen in die Zone hineinzufahren, um die Körper der zwei toten Journalisten heimzuholen und die restlichen Journalisten, ob heil oder verletzt, zu evakuieren. Jedoch haben die Journalisten im letzten Moment sich geweigert abzufahren, weil sie fürchteten, Opfer einer von den Damaskus Obrigkeiten gestellten Falle zu werden. Sie wurden tatsächlich von einem ihrer französischen Kollegen, der den Ort vor der Einkreisung verlassen hatte, überzeugt, dass die syrische Regierung alles ins Gewicht legen würde, um sie zu eliminieren. Außerdem, da sie nur Zugang zu NATO und GCC Fernsehstationen hatten, sind sie überzeugt, dass die Schlachten, deren Opfer sie sind, sich nicht auf ihr Stadtviertel beschränken, sondern im ganzen Land stattfinden.

Im Moment der Abfahrt waren die Ambulanzen leer, als dem syrischen Roten Halbmond erlaubt wurde, 27 Zivile, krank oder verletzt zu evakuieren, die ins Spital al-Amine von Homs (im befreiten Teil der Stadt) gefahren wurden. Das Londoner Büro der Muslimbrüder, als syrisches Observatorium für Menschenrechte bekannt, laut dem die Spitäler Folterzentren geworden seien, hat das Gerücht verbreitet, dass mehrere von diesen Verletzten später von der syrischen Polizei verhaftet wurden. Nach Auskunft hat das Rote Kreuz zugegeben, dass diese Beschuldigungen absolut falsch sind.

Samstag den 25. haben das internationale Rote Kreuz und der syrische Rote Halbmond die freie „syrische“ Armee um Erlaubnis gebeten, neuerdings in die Zone fahren zu können. Vor Ort anwesend habe ich mich der Obrigkeit angeboten, die Extraktion meiner Mitbürger und Kollegen zu erleichtern. Die Verhandlungen haben mehr als vier Stunden gedauert. Mehrere Staaten, worunter auch Frankreich, wurden über die Abwicklungen der Ereignisse informiert.

Nach verschiedenen Drehungen und Wendungen haben die Offiziere der freien „syrischen“ Armee über Satellitenkontakt den Befehl bekommen, das Angebot zu verweigern. Ihre geschlüsselten Gespräche mit ihrer Hierarchie endeten in Beirut oder wurden via Beirut weitergeleitet. De facto wurden die Journalisten als menschliche Schutzschilde, noch wirksamer als zivile Bevölkerung, benützt, da die Rebellen einen Endangriff der syrischen Kräfte fürchteten.

Daher sind von nun ab die Journalisten Gefangene der Auftraggeber der freien „syrischen“ Armee, gerade jene selbst, die die „Freunde“ von Syrien, in Tunis auf Konferenz vereint, aufgerufen haben zu unterstützen, zu finanzieren und zu bewaffnen.

Thierry Meyssan

Übersetzung
Horst Frohlich

Quelle

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Bollwerk der freien « syrischen » Armee war mit Milan Raketen ausgestattet

Die Schlacht von Homs war auf beiden Seiten besonders mörderisch. Während der drei ersten Tage wurde die syrisch arabische Armee durch die Rebellen auf Distanz gehalten, was jeglichen Eingang in ihr Viertel verhinderte. Sie zerstörten alle Panzer die sich näherten, mit Milan Raketen. Schließlich musste die syrisch arabische Armee von ihren Raketenwerfern Gebrauch machen, um die Posten der Milan Raketen zu beschießen, trotz der Gefahr schwere Zivilopfer herbeizuführen.

Jeder Schießstand für Milan Raketen, die in allen Eingangsstraßen von Bab Amr aufgestellt wurden, kostet 100 000 Euros, jede Rakete ungefähr 12 000 Euros. Die Raketen wurden mit einer Kadenz von zwei bis drei Stück pro Minute gefeuert. Solches Material wird von Nord-Aviation (France) et MBB (Deutschland) gebaut. Es wäre der freien « syrischen » Armee von Großbritannien und Deutschland geschenkt worden.

April 2011 hatten Offizielle aus Doha zugegeben, dass Katar Milan Raketen den libyschen Rebellen von Bengasi zukommen hat lassen, um die arabische Dschamahirija zu stürzen, indem sie sich seinerzeit auf die UNO Resolution stützten, die Lieferungen von «defensiven Waffen» (sic) an die libysche Opposition erlaubte.

Quelle

Das Ende der Partie im Nahen Osten

Seit elf Monaten führen die westlichen Mächte und die Golfmonarchien ein Unternehmen um Syrien zu destabilisieren. Mehrere Tausend Söldner haben sich ins Land geschmuggelt. Von Büros aus Saudi-Arabien und dem Katar im Schoss der extremistischen, sunnitischen Umwelt angeheuert, sind sie gekommen um den „alawitischen Thronräuber“ Bachar el-Assad zu stürzen und eine Diktatur wahhabitischen Natur durchzusetzen. Sie verfügen über High-Tech Militärmaterial, infrarot Geräte für die nächtliche Sicht, Kommunikationszentren, Roboter für den Straßenkampf. Von den NATO-Mächten geheim unterstützt haben sie außerdem Zugang zum unumgänglichen militärischen Nachrichtendienst, speziell zu Satellitenbildern der syrischen Truppenbewegungen und telefonischen Abhörgeräten.

Diese Operation wird gefälscht dem westlichen Publikum als eine, von einer gnadenlosen Diktatur im Blut erstickte politische Revolution dargestellt. Natürlich wird diese Lüge nicht von Allen akzeptiert. Russland, China und die amerikanischen Mitgliedsstaaten der ALBA verwerfen sie. Jeder besitzt tatsächlich genügend historische Erfahrung, die es ihnen erlaubt, das Spiel schnell zu durchschauen. Die Russen denken an Tschetschenien, die Chinesen an den Xinxiang, und die Amerikaner an Kuba und Nikaragua. In allen Fällen waren, jenseits des ideologischen und religiösen Anscheins, die Destabilisierungsmethoden der CIA die gleichen.

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Das eigenartigste in dieser Lage ist, wenn man die westlichen Medien beobachtet, wie sie sich selbst überzeugen, dass die Salafisten, die Wahhabiten und die der Al-Qaida Strömung angehörigen Kämpfer von Demokratie überschwelen, während letztere nicht aufhören, über die saudischen und qatarischen Satellitensender aufrufen, den alawitischen Ketzern und den Beobachtern der arabischen Liga die Gurgel durchzuschneiden. Ganz egal ob Abdel Hakim Belhadj (Nummer 2 von Al Qaida und derzeitiger Militär Gouverneur von Tripolis, Libyen) persönlich gekommen ist, seine Männer im Norden von Syrien einzusetzen, und ob Ayman Al-Zawahiri (Nummer 1 von Al-Qaida seit dem offiziellen Tod von Osama bin Laden) zum Dschihad in Syrien aufgerufen hat, die westliche Presse verfolgt ihren romantischen Traum einer liberalen Revolution.

Das Lächerlichste ist die westlichen Medien zu hören, wie sie servil die täglichen Anschuldigungen der syrischen Branche der Muslimbrüder nachäffen, welche Meldungen über Verbrechen des Regimes und seine Opfer bringen, unter der Benennung des „syrischen Observatoriums für Menschenrechte“. Übrigens, seit wann kümmert sich diese Brüderschaft von Putschisten um Demokratie?

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Es hat genügt, dass die westlichen Geheimdienste einen Puppen „syrischen national Rat“ inszenieren, mit einem Soziologen der Sorbonne als Präsidenten und einer Geliebten des ehemaligen Chefs der DGSE [fr. Geheimdienst] als Sprecherin, damit die „Terroristen“ „Demokraten“ werden. Im Handumdrehen ist die Lüge mediale Wahrheit geworden. Die von der wahhabitischen Legion entführten, gefolterten und ermordeten Personen sind in der Presse Opfer des Tyrannen geworden. Die Wehrpflichtigen aller Religionen, die ihr Land gegen einen konfessionellen Angriff verteidigen sind alawitische Soldaten geworden, die ihr Volk unterdrücken. Der Emir des Katar und der König von Saudi-Arabien, zwei absolute Monarchen, die noch niemals nationale Wahlen in ihrem Land organisiert haben und ihre Demonstranten einsperren, sind die Herolde der Revolution und der Demokratie geworden. Frankreich, das Vereinigte Königtum und die USA, die gerade 160 000 Libyer getötet haben, indem sie das UN-Sicherheitsrat Mandat nicht beachteten, sind verantwortungswürdige Philanthropen für die Beschützung der Zivilbevölkerung geworden. Usw.

Jedoch hat der Krieg schwacher Intensität, den die westliche und Golfpresse hinter dieser Maskerade verbirgt, mit dem doppelten Veto der Russen und Chinesen am 4. Februar 2012 ein Ende genommen. Die NATO und ihre Alliierten wurden aufgefordert das Feuer einzustellen und sich zurückzuziehen, wenn sie nicht einen regionalen Krieg oder gar einen weltweiten auf dem Gewissen haben wollten.

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Am 7. Februar ist eine große russische Delegation mit sehr hohen Beamten des Äußeren Geheimdienstes in Damaskus eingetroffen, wo sie von einer jubelnden Menschenmenge empfangen wurde, mit der Überzeugung, dass die Rückkehr Russlands auf die internationale Szene das Ende ihres Alptraumes sei. Die Hauptstadt, sowie auch Aleppo, die zweite Stadt des Landes, feierten mit weißen, blauen und roten Farben und paradierten hinter zyrillisch geschriebenen Bannern. Im Präsidentspalast traf die russische Delegation jene anderer Länder, einschließlich der Türkei, des Iran und des Libanon. Eine Reihe von Abkommen wurde für die Rückkehr des Friedens gezeichnet. Syrien hat 49 militärische Ausbildner, die durch die syrische Armee in Gefangenschaft gerieten, ausgeliefert. Die Türkei hat eingegriffen, damit die entführten iranischen Ingenieure und Pilger befreit würden, auch jene die von den Franzosen verhaftet wurden (anbei sei gesagt, dass der Leutnant Tlass, der sie für die DGSE zurückhielt, liquidiert wurde). Die Türkei hat jegliche Unterstützung der „freien syrischen Armee“ aufgegeben, hat ihre Einrichtungen geschlossen (außer der auf der NATO Base gelegenen in Incirlik), und hat seinen Chef ausgeliefert, den Oberst Riad el Assad. Russland, das der Garant des Abkommens ist, wurde berechtigt, den alten sowjetischen Auffangsstützpunkt des Mont Qassioum wieder zu reaktivieren.

Am nächsten Tag hat das US-Außenministerium die syrische Opposition im Exil informiert, dass sie nicht mehr mit militärischer Hilfe der USA rechnen sollte. Als sie dann verstanden, dass sie ihr Land umsonst verraten hatten, fuhren die Mitglieder des syrischen national Rates ab, auf der Suche nach anderen Sponsoren. Einer von ihnen trieb es bis dahin, Benjamin Netanyahu zu schreiben, um ihn zu bitten, in Syrien einzufallen.

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Nach einer zweitägigen Wartezeit, um die Abkommen in die Tat zu übersetzen, haben die nationalen Armeen, nicht nur die von Syrien, sondern auch die vom Libanon die Bastionen der Wahhabitischen Legion gestürmt. Im Norden vom Libanon wurde ein riesiges Arsenal in Tripolis beschlagnahmt und vier westliche Offiziere in dem Akkar, in einer aufgelassenen Schule des UNRWA, das in ein Generalhauptquartier verwandelt wurde, gefangengenommen. In Syrien hatte General Assef Chawkat persönlich die Operation geleitet. Mindestens 1500 Kämpfer wurden gefangen genommen, darunter ein Oberst des technischen Kommunikationsdienstes der DGSE, und mehr als tausend Tote. Derzeit ist es noch nicht möglich zu bestimmen, wie viele der Opfer ausländische Söldner sind, wie viele mit den fremdländischen Kräften kollaborierende Syrier es sind und wie viel Zivilopfer es sind, die in der belagerten Stadt in die Falle gerieten.

Libanon und Syrien haben ihre Souveränität über das ganze Land zurückerobert.

Intellektuelle diskutieren um zu wissen, ob Wladimir Putin nicht einen Fehler begangen hat, als er Syrien zum Preis einer diplomatischen Krise mit den USA beschützt hatte. Das ist eine schlecht gestellte Frage. Indem Moskau während Jahren seine Kräfte wieder aufgebaut hatte und sich heute auf der internationalen Ebene behauptet, hat es einer zwei Jahrzehnte langen unipolaren Weltordnung Einhalt geboten, während der Washington seine Vorherrschaft bis zur globalen Domination brachte. Die Wahl war nicht sich entweder mit dem kleinen Syrien zu verbünden, oder mit den mächtigen USA, sondern die erste Weltmacht noch einen Staat mehr zerstören zu lassen oder die Kraftverhältnisse zu ändern und eine neue internationale, gerechtere Ordnung zu schaffen, in der Russland nun sein Wort hat.

Übersetzung
Horst Frohlich

Katar hat in allen Konflikten die Finger im Spiel

Er ist mit den USA verbündet und hilft Islamisten. In der arabischen Welt unterstützt der Emir von Katar die Rebellionen. Welche Ziele verfolgt Hamad bin Khalifa al-Thani?

Der Emir von Katar, Hamad bin Khalifa al-ThaniDer Emir von Katar, Hamad bin Khalifa al-Thani

In Deutschland haben viele erstmals von dem Emirat Katar gehört, als der winzige Wüstenstaat am Golf 2010 überraschend die Ausrichtung der Fußballweltmeisterschaft 2022 gewann. Da war zwar der arabische Fernsehsender Al Dschasira schon ein Begriff – aber Doha hatte er im Westen noch nicht wirklich auf die Landkarte gesetzt.

Seit dem Ausbruch der Aufstände in der arabischen Welt ist das anders: Fast täglich erscheint Katar in den Nachrichten, weil sein Emir Hamad bin Khalifa al-Thani in allen Konflikten in der Region die Finger im Spiel hat. Das Land mit den 1,7 Millionen Einwohnern, von denen nur etwa 300.000 Einheimische sind, hat sich zur dynamischsten Kraft der arabischen Welt entwickelt: Es war Katar, das die Arabische Liga im März 2011 dazu drängte, sich für eine Nato-Intervention in Libyen einzusetzen.

Im Falle Syriens ist der Emir von Katar die treibende Kraft gegen Präsident Baschar al-Assad. Doch welche Ziele verfolgt der Emir, der sein Reich als absolutistischer Monarch regiert, wenn er die Revolutionen in den meisten arabischen Ländern unterstützt?

Die einen unterstellen dem 59-Jährigen, der seinen Vater 1995 in einem unblutigen Coup absetzte, einen Napoleon-Komplex, andere vermuten eine islamistische Agenda. Unbeachtet vom Westen hat Katar seit Mitte der neunziger Jahre eine Vermittlerrolle in der Region gespielt. Zwischen den mächtigen Nachbarn Saudi-Arabien und Iran musste sich das Emirat immer arrangieren und setzte auf gute Beziehungen zu allen Regionalmächten. Und den USA, dem es seine Sicherheit anvertraut.

So beherbergt Katar den wichtigsten Luftwaffenstützpunkt der US-Armee in der Region, ist aber gleichzeitig auf Kooperation mit dem Iran angewiesen, mit dem es sein größtes Gasfeld teilt. Nach Ansicht von Guido Steinberg von der Stiftung für Wissenschaft und Politik (SWP) wollte sich das Emirat mit seiner Krisendiplomatie „dem Westen als Akteur präsentieren, der wertvolle Dienste für die Lösung der zahlreichen Konflikte in der Region anbieten kann“.

Unterstützung für Islamisten zahlt sich jetzt aus

Außerdem gelang es ihm, aus dem Schatten Saudi-Arabiens zu treten. Katar schlichtete 2008 erfolgreich im Libanonkonflikt. Den Süden des Libanon, von der islamistischen Hisbollah beherrscht, baute Katar nach dem Krieg mit Israel 2006 wieder auf.

Die Tatsache, dass Katar seit Jahren Islamisten aller Couleur ein Exil bot, zahlt sich jetzt aus. So ist hier der einflussreiche ägyptische Fernsehprediger Youssef Qaradawi zu Hause, der prominente libysche Islamist Ali Sallabi fand hier Zuflucht, bis er im neuen Libyen eine islamistische Partei gründete. Die Rebellengruppe von Sallabis Bruders unterstützte Doha mit Waffen und Training ebenso wie andere islamistische Kräfte.

Khaled Meschaal von der Hamas sitzt nun in Doha, und auch zum tunesischen Islamistenführer Raschid Ghannouchi sind die Verbindungen eng. Dessen Schwiegersohn, der einige Jahre in Katar arbeitete, ist nun Außenminister in Tunis.

Engste Verbindungen zu neuer Führungsschicht in Umbruchstaaten

Damit hat Katar engste Verbindungen zur neuen islamistisch geprägten Führungsschicht in den arabischen Umbruchstaaten, die es tatkräftig unterstützt. Der Emir scheint zu glauben, dass die „Muslimbruderschaft und viele Salafisten eine Islaminterpretation vertreten, die mit der in Katar vorherrschenden Lehre vereinbar ist“, meint Steinberg. In jedem Fall habe das Emirat mit den konservativen Kräften mehr gemeinsam als mit den gestürzten „republikanischen Regimen“.

In Bahrain allerdings hat sich Katar auf die Seite des Regimes geschlagen und Soldaten geschickt – aus Angst vor einer Machtübernahme der Schiiten, die als fünfte Kolonne Irans betrachtet werden.

Doch der „traditionelle Balanceakt“ zwischen den USA und dem Iran droht laut Steinberg in Syrien zu scheitern: In dem Konflikt stehen sich Iran und Katar diametral gegenüber. Auch die Vermittlerrolle in der Region sieht er langfristig in Gefahr: „Viele Gegner der Islamisten in Libyen, Tunesien und Ägypten sind in den letzten Monaten auch zu Gegnern Katars geworden.“

Quelle:

Der Ostmärker sagt:

KÖNNTE es sein, das Herr al-Thani auf Seiten der Zionisten steht? Dafür erhofft er sich später mehr regionalen Einfluß und MACHT.

MACHT? ZIONISTEN? Ein Schelm, wer Böses dabei denkt…

François Hollande verhandelt mit dem Emir des Qatar

Der ehemalige französische Premierminister Laurent Fabius wird am 3. Februar 2012 als Spezialgesandter des sozialistischen Kandidaten der Präsidentschaftswahl, François Hollande, in Doha (Qatar) erwartet. Er wird vom Emir Hamad ben Khalifa al-Thani empfangen. Die Unterhaltung dreht sich um die Position von François Hollande gegenüber dem Krieg gegen Syrien und um die mögliche Unterstützung des Emirs für den sozialistischen Kandidaten.

Der Emir Hamad hatte schon enge Beziehungen mit Nicolas Sarkozy und seiner Ehefrau Carla Bruni aufgebaut – welcher er wann immer mögliche einen Privatjet borgt – sowie mit dem Bürgermeister von Paris, Bertrand Delanoë, und dem Kulturminister Frédéric Mitterrand, die ihm geholfen haben, eine Ausnahmeregelung für die Umarbeitung des der Familie Rothschild abgekauften Hotel Lambert (Île Saint-Louis) zu bekommen. Der Emir Hamad investiert viel in Frankreich. Nachdem er hohe Persönlichkeiten in seinen Dienst gesetzt hatte, wie den Geschäftsberater und ehemaligen Premierminister Dominique de Villepin, hat er Anteile in großen Medien (Lagardère Gruppe) und in einem Fußballklub (der Paris Saint-Germain) gekauft. Er hat außerdem am 9. Dezember 2011 erklärt, einen Fonds von 50 Millionen Euros für junge Führer aus „schwierigen“ französischen Stadtvierteln zu stiften.

Im Wettrennen mit Saudi-Arabien ist das wahabitische Emirat der Hauptfinanzierer von Al-Qaida und den Muslimbrüdern geworden. Das Emirat hat 5000 Söldner angeworben, um Spezialkräfte aufzustellen, die in Libyen in Missachtung der UNO-Resolutionen am Boden gekämpft haben. Seither hat er diese Truppen nach Syrien verschifft, sowie auch 1500 Al-Qaida Kämpfer aus Libyen unter der Führung von Abdelhakim Belhaj, um die freie syrische Armee zu bilden, der sich einige Hunderte von syrischen Deserteuren angeschlossen haben. Um die Bevölkerung zu terrorisieren, haben sich die Al-Qaida Kämpfer damit ausgezeichnet, dass sie fürchterliche Verbrechen ausführen (den Männern den Hals abschneiden oder Glieder abtrennen, während sie den Frauen Brüste abschneiden und manchmal die Haut abziehen).

Der Emir Hamad ist Besitzer der Satellitenstation Al-Dschasira, die sich vor kurzem mit einer Sendung gefälschter Bilder News ausgezeichnet hatte – in Wirklichkeit Fiktionsbilder in Studios gedreht-: es war eine Kriegspropaganda die seinen Ambitionen in Libyen und in Syrien dienen sollte. Die Al-Dschasira Gruppe versucht sich allmählich in Frankreich einzunisten, und zwar mit dem kommenden Sender Al-Jazeera Sports.

Schon in 2006 hatte François Hollande erklärt, dass die Diplomatie des „Qatar eher in Richtung der Stabilität und für Friedenssuche handelt“.

Quelle

Die Wahrheit über Syrien – Univ. Prof. Dr. Günter Meyer im Bayern2-Interview

Der Orientexperte der Uni-Mainz Prof. Meyer erzählt uns im Radiosender Bayern2 was derzeit wirklich in Syrien abgeht.

Prof. Dr. Günter Meyer

Die Medien berichten völlig falsch und voreingenommen. Sie stellen die Situation in Syrien so dar, als würde Assads Armee auf harmlose, friedliche Demonstranten schießen. Das stimmt einfach nicht. Die Demonstranten bestehen zum Großteil aus Terroristen, die vielmehr Tote zu verbuchen haben als die syrische Armee.  Es geht den westlichen Mächten vor allem darum, die Achse Iran-Syrien-Hisbollah auszuschalten. Er berichtet ebenfalls, dass aus Libyen 600 Mujahedin eingeflogen wurden. Dies wurde von der CIA initiiert um einen Bürgerkrieg zu forcieren und Syrien zu schwächen. Er erwähnt auch, dass der Großteil des syrischen Volks hinter Assad steht, wie aus einer Umfrage aus Katar ! (verbündeter der USA und schon in Libyen Unterstützer der Rebellen) hervorgeht.

Es ist müßig zu erwähnen, dass genau diese Informationen in den letzten Wochen auch in diversen Blogs wiederzufinden waren. Nicht aber in den Massenmedien. Kein einziges der gleichgeschalteten Medien berichtete uns von der Wahrheit, so wie sie uns der Orientexperte Prof. Meyer schildert.
Man beachte ebenfalls, wie der Radiomoderator Bages das Gespräch immer in eine andere Richtung zu lenken versucht. „Also ist Assad der Gute?“, fragt er mit etwas zynischem Unterton. Außerdem fragt er: „Wie lange wird sich das GEWALTREGIME in Syrien noch halten können?“, wobei die Betonung natürlich auf Gewaltregime liegt, obwohl Prof. Meyer gerade anderes berichtet. Es ist nämlich ziemlich peinlich für Bayern2, dass Prof. Meyer den zuvor gesendeten einseitig ausgelegten Bericht ( in der ersten Minute des Videos zu hören) wiederlegt.

Diese Live-Interviews verkommen für unsere Medien immer mehr zur Farce. Es gibt nämlich viele Menschen wie Prof. Meyer, die sich ein Herz nehmen und über die tatsächlichen Tatbestände berichten. Ich bin gespannt, wie lange wir noch in den Genuss von Live-Interviews kommen. Hier besteht für unsere Lügenmedien nämlich nicht die Möglichkeit der Zensur oder sich den Beitrag im Nachhinein zurechtzuschnippseln. Die Menschen könnten ja die Wahrheit erfahren und das ist dann doch ein bisschen blöd. Meint ihr nicht?

Quelle

Der Vorsitz der arabischen Liga versucht den Bericht ihrer Experten zu verheimlichen

Seit dem Anfang der Syrien überschattenden Ereignisse gibt es zwei gegensätzliche Darstellungen: für den Westen und seine Golfalliierten unterdrückt das Regime im Blut eine populäre Revolution, während für Syrien und seine BRICS Verbündeten das Land von aus dem Ausland gekommenen bewaffneten Banden angegriffen wurde.

Um diese Geschehnisse klar zu stellen, hat die arabische Liga eine Untersuchungs-Mission geschaffen, deren Mitglieder aus Personalitäten bestehen, die von jedem Mitgliedsstaat ernannt wurden (mit Ausnahme des Libanon der nicht daran teilnehmen wollte). Diese Verschiedenheit der Experten garantiert die Unmöglichkeit die Resultate zu fälschen, ihre Zahl (mehr als 165) und die Dauer der Mission (1 Monat) erlaubt, ein viel breiteres Bild zu bekommen als alles, was bis zuvor bekannt war. Bis jetzt kann keine andere Institution behaupten, eine so weite und strenge Studie gemacht zu haben, und daher vorgeben, die Lage in Syrien besser zu kennen.

Das mit der arabischen Planüberwachung beauftragte Ministerkomitee der arabischen Liga, das aus fünf der 22 Mitgliedsstaaten besteht (Algerien, Ägypten, Oman, Qatar, Sudan), hat den Bericht der Mission mit 4 gegen 1 Stimme (Qatar) für gültig erklärt und hat beschlossen, die Mission der Beobachter ein Monat zu verlängern.

Das Problem besteht darin, dass der Bericht die Version der syrischen Regierung bestätigt und jene des Westens und der Golfmonarchien entkräftet. Im Besonderen bestätigt er, dass es keine tödliche Repression der pazifischen Demonstrationen gegeben hat und dass die von Damaskus beschlossenen Engagements skrupellos respektiert wurden. Er bestätigt auch die kapitale Tatsache, dass das Land von bewaffneten Gruppen destabilisiert wird, welche für hunderte von Zivilistentode und einige tausende Soldatentode, sowie für mehrere Hunderte von Terror- und Sabotageaktionen verantwortlich sind.

Dies ist der Grund warum der Qatar jetzt versucht, die Verbreitung des Berichtes mit allen Mitteln zu verhindern. Tatsächlich erweist sich dieser eine wahre Bombe, die sich gegen ihn und sein Kommunikationssystem richtet.

Der Qatar nimmt derzeit den Vorsitzt der Liga ein; und zwar nicht weil es an ihm war vorzusitzen, sondern weil er ihn der palästinensischen Autorität abgekauft hat.

Der Vorsitz der Liga hat daher beschlossen, den Bericht der Mission der Beobachter nicht zu veröffentlichen, ihn nicht zu übersetzen und ihn nicht einmal in seiner Originalversion auf seine Website zu setzen.

Das Risiko für das wahabitische Emirat ist enorm. Falls das westliche Publikum unglücklicherweise Zugang zum Bericht bekäme, würde es tatsächlich den Qatar und seine Handlanger um Rechenschaft heranziehen, was die Demokratie und die Massaker von Zivilen anbelangt.

Übersetzung
Horst Frohlich

Quelle

Syrische Freie Armee wird vom Militärgouverneur von Tripolis kommandiert

Unter dem Schutz des «Arabischen Frühlings » und der NATO-Interventionen, ob sie jetzt offiziell oder geheim sind, versucht der Katar überall wo möglich, islamistische Führer aufzudrängen. Diese Strategie hat ihn nicht nur dazu gebracht, die Muslimbrüder zu finanzieren und ihnen Al-Dschasira zu schenken, sondern auch die Al-Qaida Söldner zu unterstützen. Diese kommandieren von nun an die Syrische Freie Armee (SFA). Diese Entwicklung erregt jedoch große Sorgen in Israel und unter den Anhängern des „Zivilisationsschocks“.

Aldelhakim Belhaj, historischer Leader von Al-Qaida in Libyen, Militärgouverneur von Tripolis und jetzt Chef der Syrische Freie Armee.

Die Mitglieder des UN-Sicherheitsrates zanken sich über die Interpretation der Ereignisse, die Syrien überschattet haben. Für Frankreich, Großbritannien und die USA spielt sich in diesem Land, in Verlängerung des „arabischen Frühlings“ eine Revolution ab, welche blutig unterdrückt wird. Im Gegenteil, für Russland und China ist Syrien bewaffneten, aus dem Ausland kommenden Banden ausgesetzt, welche ungeschickt bekämpft werden und Opfer in der Zivilbevölkerung, trotz Syriens Willen sie zu schützen, verursachen.

Die vom Voltaire Netzwerk unternommene Untersuchung vor Ort, gibt der zweiten Interpretation Recht. Wir haben Zeugenaussagen von Leuten aufgenommen, die Angriffe dieser bewaffneten Banden überlebt haben. Sie identifizieren durch ihren Akzent manche Kämpfer als Iraker, Jordanier und Libyer, andere als Paschtunen.

Im Laufe des letzten Monates haben gewisse arabische, der El-Assad Regierung nahe stehenden Zeitungen von der Infiltration von 600 bis 1500 Kämpfern nach Syrien gesprochen, die der Islamischen Kämpfer Gruppe in Libyen, und seit November 2007 als Al-Qaida in Libyen bekannt, angehören. Ende November hat die libysche Presse von einem Versuch der Zintan-Miliz gesprochen, Abdelhakim Belhaj, einen ehemaligen Gefährten von Osama Bin Laden und historischen Al-Qaida Chef von Libyen und jetzt Militärgouverneur von Tripolis dank der Hilfe der NATO, zu verhaften. Die Szene spielte sich am Flughafen von Tripolis ab, während er in die Türkei fliegen sollte. Und zu letzt haben türkische Zeitungen von der Gegenwart von H. Belhaj an der syrisch-türkischen Grenze gesprochen.

Diese Behauptungen zerschellen auf der Unglaubwürdigkeit aller jener, für die Al-Qaida und die NATO unversöhnliche Feinde sind, zwischen denen eine Kooperation unmöglich ist. Jedoch erhärten sie die These, die ich seit dem 11.September 2011 Attentat verteidige, nach der die sogenannten Al-Qaida Kämpfer von dem CIA bezahlte Söldner sind.

Wer sagt die Wahrheit?

Seit einer Woche bringt die spanische, monarchistische Zeitung ABC in Episoden die Reportage des Photographen Daniel Iriarte. Dieser Journalist ist mit der Syrischen Freien Armee (SFA) im Norden des Landes in Verbindung, gerade an der türkischen Grenze. Er ist ein überzeugter Verteidiger der „Revolution“ und hat niemals harte Worte genug für das „El-Assad Regime“.

Die Syrische Freie Armee sei mehr als 20 000 Mann stark nach seinem politischen Führer, Oberst Riyad Al Asaad, aber nur einige hundert Mann stark laut der syrischen Autoritäten.

Jedoch zeugt Daniel Iriarte in der vom 17. Dezember datierten Ausgabe von einem Treffen, das ihn schockiert hat. Während seine Freunde von der SFA ihn ins neue Versteck führten, befand er sich in Gesellschaft eigenartiger Freischärler: drei Libyer.

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Mahdi al-Harati, Anführer der Brigade von Tripolis, ist von seinen Funktionen der Nummer 2 des Militärrates von Tripolis zurückgetreten, um die Syrische Freie Armee zu befehlen.

Der erste von Ihnen war Mahdi al-Hatari, ein Libyer, der in Irland gelebt hat bevor er der Al-Qaida beigetreten ist. Am Ende des Libyenkrieges wird er Brigadekommandant in Tripolis, dann Nummer 2 des von Abdelhakim Belhaj geführten Militärrates von Tripolis. Er kündigt diesen Posten, weil er, laut der Einen, mit dem Nationalen Übergangsrat (NTC) in Konflikt geraten sei, laut Anderen, weil er gewünscht hätte, nach Irland zurückzugehen, woher seine Frau stammt. In Wirklichkeit ist er nach Syrien gegangen.

Noch komischer: dieses Al-Qaida Mitglied befand sich im letzten Juni unter den pro-palästinensischen Aktivisten auf dem türkischen Schiff Mavi Marmara. Zahlreiche Agenten von Geheimdiensten, speziell US, hatten sich in die „Freiheitsflotille“ eingeschmuggelt. Er wurde verletzt und neun Tage in Israel als Gefangener zurückgehalten.

Zuletzt hat Mahdi al-Harati während der Tripolisschlacht die Al-Qaida Gruppe befohlen, die das Rixos-Hotel belagert und angegriffen hat, wo ich mich mit meinen Kameraden vom Voltaire Netzwerk und der internationalen Presse befand, und dessen Kellergeschoss den Führungsleuten der Jamahiriya unter dem Schutz Khamis Kadhafi’s Leibwache als Bunker diente. Laut Khamis Kadhafi hätte Mahdi al-Harati Ratschläge von französischen, auf Ort anwesenden Offizieren bekommen.

Der zweite von dem spanischen Photographen begegnete Libyer in der Syrischen Freien Armee ist niemand anderer als Adem Kikli, ein anderer Leutnant von Abdelhakim Belhaj. Daniel Irarte konnte jedoch den dritten Libyer, den man Fuad nannte, nicht identifizieren.

Diese Zeugenaussage bestätigt, was anti-syrische arabische Zeitungen seit Wochen behaupten: die Syrische Freie Armee wird von mindestens 600 „Freiwilligen“ von Al-Qaida aus Libyen kommandiert. Die ganze Operation wird von Abdelhakim Belhaj persönlich, mit Hilfe der Regierung von Erdogan kommandiert.

Wie soll man erklären, dass eine anti-Assad Tageszeitung wie ABC beschlossen hat, eine solche Bezeugung ihres Spezialreporters zu veröffentlichen, indem sie ekelerregende Methoden der NATO ans Licht führt und die syrische Regierungsversion einer bewaffneten Destabilisierung bestätigt? Man verdankt es gewissen Ideologen der Zivilisationsschock-These, die sich gegen den Aufbau der Integration islamistischer Extremisten in die Strategie der „freien Welt“ auflehnen. Als Gast des CNBC Blog hat der ehemalige Premier Minister José Maria Aznar am 9. Dezember 2011 aufgedeckt, dass Abdelhakim Belhaj verdächtigt wurde, in die Attentate des 11 März 2004 in Madrid verwickelt zu sein; sie hatten der politischen Karriere von Aznar ein Ende gesetzt.

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Scheich Ali Salabi, geistiger Führer von Al-Qaida Libyen, Mentor von Abdelhakim Belhaj und starker Mann des „Neuen Libyen“.

Herrn Aznar’s Aussage entspricht die Intervention seiner Freunde des Jerusalem Center for Public Affairs, des vom ehemaligen israelischen Botschafter an der UNO geführten Think-Tank, Dore Gold. Sie drücken öffentlich ihre Zweifel über die guten Gründe der neuen Strategie des CIA aus, Islamisten überall in Nord-Afrika an die Macht zu bringen. Ihre Kritik betrifft zuerst die sehr geheime Brüderschaft der Muslimbrüder, aber hauptsächlich zwei libysche Persönlichkeiten: Abelhakim Belhadj und seinen Freund, den Scheich Ali Al-Salibi. Letzterer wird für den starken Mann des Landes gehalten. Beide Männer sind berüchtigt Handlanger des Neuen Libyens zu sein. Es war außerdem Scheich Salabi, der 2 Milliarden Dollar als Hilfe vom Katar an Al-Qaida in Libyen verteilt hat.

So kommt der Widerspruch, den man seit zehn Jahren verzweifelt versucht zu verstecken, an die Oberfläche: die einst von Osama Bin Laden bezahlten Söldner haben niemals aufgehört seit dem ersten Afghanistankrieg, und selbst während der Periode der 11. September Attentate, im Dienst der US-Strategie zu arbeiten. Sie werden trotz allem von den westlichen Führern als unwiderrufliche Feinde bezeichnet.

Es ist wahrscheinlich, dass der Einwurf von H. Aznar und dem „Jerusalem Center for Public Affairs“ von der NATO mit der Hand vom Tisch gefegt wird, wie jene von General Carter Ham, Oberbefehlshaber des AfriCom. Er entrüstete sich am Anfang des Krieges in Libyen, Dschihadisten beschützen zu müssen, die gerade GI’s in Irak massakriert hatten.

Weit von der Realität entfernt behalten das Anti-Terror Komitee der UNO (« Komitee für die Einhaltung der 1267 Resolution“ genannt) und das Staats Departement der USA auf ihrer schwarzen Liste die Organisation von Abdelhakim Belhaj und von Scheich Salabi unter ihrer ehemaligen Bezeichnung „Islamische Kämpfer Gruppe von Libyen“. Es ist angeblich Pflicht aller Staaten, im Fall ihrer Anwesenheit auf ihrem Boden, diese Individuen zu verhaften.

Übersetzung
Horst Frohlich

Quelle